Seit Jahren "schleiche" ich um Aufstellungen im Organisationskontext herum. Gerne nehme ich das Buch von Matthias Varga von Kibéd zur Hand "Klare Sicht im Blindflug" (2010), um mir die Unterschiede von Strukturaufstellungen und dem Familien-stellen zu vergegenwärtigen.
Insa
Sparrer und Matthias Varga von Kibéd entwickelten die sog. “Systemischen
Strukturaufstellungen (SySt®)”, um Systeme zu simulieren. Sie veröffentlichten
zahlreiche grundlegende systemtheoretische Erkenntnisse, die die tägliche
Arbeit in Beratungsprojekten sehr unterstützen können. Elisabeth Ferrari, eine
Unternehmensberaterin, Wirtschaftswissenschaftlerin, Mathematikerin und
Absolventin der SySt®-Ausbildung, hat diese Erkenntnisse in Beratungswissen
transformiert.
Jetzt gönne ich mir endlich mal eine Weiterbildung dazu und bin vom ersten Wochenende noch ganz "beseelt": Das Tetralemma, das ich seit ca. 2005 kenne, stand u.a. im Fokus. Wenn man vor einer schwierigen Entscheidung steht oder in
einem Konflikt steckt lohnt es sich, nicht nur "das Eine" und "das Andere" anzusehen. Vielleicht gibt es als dritte Position einen Kompromiss/ ein "Beides" - vielleicht geht es aber auch um gar nichts von dem bisher Angedachten und es lohnt sich die Beschäftigung mit der Position "Keines von Beidem".
In "Wege aus dem Dilemma". Das Syst-Tetralemma: Ein Beides finden" hat Elisabeth Ferrari 2011 das Schema und viele Fallbeispiele veröffentlicht. Ich wünsche viel Spass beim Lesen.
Dienstag, 25. Oktober 2011
Montag, 8. August 2011
Rituale
Nach fünf Jahren in den USA als Gast ist die Zeit hier absehbar: Zum Jahreswechsel irgendwann wird es wieder ganz nach Deutschlang gehen.
Abschied-nehmen steht also an und ich denke wieder an das Konzept des Zwischenraums von Rainer Pieritz - ich schrieb bereits darüber. Ich besuche ausserdem bewusst Orte, die mir lieb geworden sind und überlege, welche alltäglichen Rituale ich wohl retten mag.
Zu Ritualen schrieb meine NetzwerkKollegin Sandra Wündrich ein Kapitel in dem Buch von Markus Schwemmle und Bernd Schmid (Hg) "Systemisch beraten und steuern live" (Göttingen 2009): "Die Bedeutung von Ritualen in der Beratung von Menschen und Organisationen".
Ich kann ihr nur zustimmen in der Aussage, dass Rituale Stabilität im Alltag bieten und vor allem auch im Wandel genutzt werden können oder kontraproduktiv wirken. Haben Sie schonmal darüber nachgedacht
Welche Ebene in Ihrer Organisation informiert wann über was am besten? Wie wurden bisher Ihre Mitarbeiter beteiligt. Was würden Aussenstehende über die Kultur in ihrem Unternehmen sagen?
Es gibt unzählige weitere Frage - ich freu mich auf einen Austausch mit Ihnen und Ihren Fragen.
Abschied-nehmen steht also an und ich denke wieder an das Konzept des Zwischenraums von Rainer Pieritz - ich schrieb bereits darüber. Ich besuche ausserdem bewusst Orte, die mir lieb geworden sind und überlege, welche alltäglichen Rituale ich wohl retten mag.
Zu Ritualen schrieb meine NetzwerkKollegin Sandra Wündrich ein Kapitel in dem Buch von Markus Schwemmle und Bernd Schmid (Hg) "Systemisch beraten und steuern live" (Göttingen 2009): "Die Bedeutung von Ritualen in der Beratung von Menschen und Organisationen".
Ich kann ihr nur zustimmen in der Aussage, dass Rituale Stabilität im Alltag bieten und vor allem auch im Wandel genutzt werden können oder kontraproduktiv wirken. Haben Sie schonmal darüber nachgedacht
- welche Veranstaltungen besser von Einsparungsbewegungen verschont bleiben?
- wo Informationen fliessen ausserhalb der offiziellen Wege (z.B. in der Kaffeeküche oder am Aschenbecher)?
- wie überraschend einberufene Gespräche und Sitzungen sich von strukturierten und geplanten Meetings in ihrer Effizienz unterscheiden?
- wie neue Mitarbeiter begrüsst und langjährige verabschiedet und neue Führungskräfte eingesetzt werden?
Welche Ebene in Ihrer Organisation informiert wann über was am besten? Wie wurden bisher Ihre Mitarbeiter beteiligt. Was würden Aussenstehende über die Kultur in ihrem Unternehmen sagen?
Es gibt unzählige weitere Frage - ich freu mich auf einen Austausch mit Ihnen und Ihren Fragen.
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Montag, 8. November 2010
Change it ...
"Change it, love it or leave it" - wer kennt dieses Zitat nicht?
Auf den sog. Berlin Change Days steht die Veränderung im Fokus. Das verlängerte Wochenende, meistens Anfang November, ist ein Netzwerktreffen für alle, die in der Begleitung und Gestaltung von Veränderungsprozessen arbeiten. Es gibt Vorträge und Workshops zu unterschiedlichen Aspekten des Kernthemas: unkonventionelle Ansätze für die Begleitung des Wandels, neue Werkzeugen und Methoden.
Ich war dieses Jahr dabei und war zusammen mit Christian Kemper Gastgeber in einem Workshop. Wir stellten die Theory U von Otto Scharmer kurz vor (ich schrieb bereits darüber) und boten den Teilnehmenden dann die Gelegenheit das "Journaling" selber auszuprobieren. Es kam ziemlich gut an. Falls Sie auf eine Veranstaltung dazu aufmerksam werden, kann ich Ihnen empfehlen zu überlegen, teilzunehmen.
Auf den sog. Berlin Change Days steht die Veränderung im Fokus. Das verlängerte Wochenende, meistens Anfang November, ist ein Netzwerktreffen für alle, die in der Begleitung und Gestaltung von Veränderungsprozessen arbeiten. Es gibt Vorträge und Workshops zu unterschiedlichen Aspekten des Kernthemas: unkonventionelle Ansätze für die Begleitung des Wandels, neue Werkzeugen und Methoden.
Ich war dieses Jahr dabei und war zusammen mit Christian Kemper Gastgeber in einem Workshop. Wir stellten die Theory U von Otto Scharmer kurz vor (ich schrieb bereits darüber) und boten den Teilnehmenden dann die Gelegenheit das "Journaling" selber auszuprobieren. Es kam ziemlich gut an. Falls Sie auf eine Veranstaltung dazu aufmerksam werden, kann ich Ihnen empfehlen zu überlegen, teilzunehmen.
Dienstag, 30. März 2010
üben zu zeichnen - eigentlich ganz einfach
Voller guter Vorsätze verliess ich die Toskana nach meinem Crashkurs zum visuellen Protokollieren. Und seitdem gibt es einige neue Bücher in meinem Regal - nur üben tue ich noch zu wenig ... dabei wäre es mit den Anleitungen eigentlich ganz einfach - vielleicht sind Sie ja besser als ich ;-)
Es gibt von Neuland in Koopertaion mit den Kommunikationslotsen sog. "bikablo": Das sind Ringbücher mit Symbolen zum nachmalen. Von Sprechblasen über Büroobjekte hin zu Tieren und Menschen - letztere auch mit unterschiedlichen Gestiken und in unterschiedlichen Situationen (in der Freizeit, im Meeting, mit- und gegeneinander). Ich habe jetzt:
Und dann kaufte ich noch, 2 Bücher, die mir empfohlen wurden und die auch eine Menge Zeichnungen und Symbole enthalten, aus denen ich mir einfach die aneignen kann, die ich in meinem Arbeitsalltag nutzen kann.
Ich bin immer noch fleissig dabei, von Strichmännchen zu Personen zu kommen ...
Es gibt von Neuland in Koopertaion mit den Kommunikationslotsen sog. "bikablo": Das sind Ringbücher mit Symbolen zum nachmalen. Von Sprechblasen über Büroobjekte hin zu Tieren und Menschen - letztere auch mit unterschiedlichen Gestiken und in unterschiedlichen Situationen (in der Freizeit, im Meeting, mit- und gegeneinander). Ich habe jetzt:
- bikablo. Das Trainerwörterbuch der Bildsprache. 2006
- bikablo 2.0. Neue Bilder für Meeting, Training & Learning. 2009
Und dann kaufte ich noch, 2 Bücher, die mir empfohlen wurden und die auch eine Menge Zeichnungen und Symbole enthalten, aus denen ich mir einfach die aneignen kann, die ich in meinem Arbeitsalltag nutzen kann.
- Nancy Margulies und Christine Valenza: Visual Thinking. Tools for Mapping your Ideas. 2005
- Markus Wortmann: Visual Tools - visualisieren leicht gemacht. 2010
Ich bin immer noch fleissig dabei, von Strichmännchen zu Personen zu kommen ...
Montag, 2. November 2009
Die Welt zeichnen können
Ich würde gerne so zeichnen können wie Marianne Stiefel und Reinhard Kuchenmüller. Seit 1998 gibt es Visuelle Protokolle als Unternehmen und ich lernte sie bei meinem alten Arbeitgeber als Begleiter mehrerer Grossveranstaltungen kennen: Sie brachten die gehörten Diskussionen in der grossen und/oder in den Kleingruppen auf den Punkt - oder besser gesagt auf das Bild. In Pausen und/oder zum Abschluss der Veranstaltung kann man sich ihre Zeichnungen ansehen und bekommt einen guten Überblick über das, was die Teilnehmenden bewegt. Mit Hilfe der Metaphern werden Diskussionspunkte besprech- und weiterbearbeitbar, die voher evtl. konliktgeladen waren. Oder es entstehen neue, weitere Assoziationen und eine Vision oder Strategie kann deutlich er- und bearbeitet werden.
Ich habe mir gerade ein langes Wochenende bei ihnen in der Toskana gegönnt - zugegebenermassen nicht gerade "um die Ecke". Aber ihre Werkstatt liegt an einem traumhaften Ort in der Nähe von Gavorrano und bietet interessante Lerninhalte: Wie zeichnet man Menschen? Mit welchen Symbolen werden beim Betrachten sofort Situationen deutlich? Wie nutzt man Farben? Was ist bei der Gestaltung von Landkarten zu beachten? Welche Hilfsmittel und Formate passen zu meinem persönlichen Stil? Wie sieht der überhaupt aus?
Haben Sie Appetit bekommen? Es gibt auch Inhouse-Veranstaltungen der Beiden - sofern Sie ein paar Kollegen oder ein Team haben, dass auch interessiert ist...
Ich habe mir gerade ein langes Wochenende bei ihnen in der Toskana gegönnt - zugegebenermassen nicht gerade "um die Ecke". Aber ihre Werkstatt liegt an einem traumhaften Ort in der Nähe von Gavorrano und bietet interessante Lerninhalte: Wie zeichnet man Menschen? Mit welchen Symbolen werden beim Betrachten sofort Situationen deutlich? Wie nutzt man Farben? Was ist bei der Gestaltung von Landkarten zu beachten? Welche Hilfsmittel und Formate passen zu meinem persönlichen Stil? Wie sieht der überhaupt aus?
Haben Sie Appetit bekommen? Es gibt auch Inhouse-Veranstaltungen der Beiden - sofern Sie ein paar Kollegen oder ein Team haben, dass auch interessiert ist...
Mittwoch, 23. September 2009
Alltagsfeste feiern
"Die wahre Kunst besteht darin, im Alltäglichen das Wunderbare zu sehen" sagt P.S. Buck.
- Ich denke z.B. an die Vielzahl von Treppen, die man auf einmal bewältigen muss, wenn man das mit einem überdehnten Knie nicht kann - mit dem gesunden Knie sind sie mir nie aufgefallen.
- Oder die Frage, für welche Weg man eigentlich das Auto nutzt? In den USA eindeutig für kürzere Strecken als in Deutschland - Fahradfahrer sind dort nur im Sportdress zu sehen, fast nie in Alltagskleidung.
- Und wann gehen Sie einkaufen? Im Dreiländereck rund um Aachen auch Sonntags? In den USA im Supermarkt 24 Stunden an 7 Tagen.
Dienstag, 30. Juni 2009
Kollegiale Beratung
Die Weiterbildung am Institut für systemische Beratung in Wiesloch hat neben vielen inhaltlichen Erkenntnissen meiner Einschätzung nach vor allem den Benefit der Vernetzung. Und damit meine ich nicht nur das virtuelle Netzwerk sondern auch die im Nachgang entstehenden Supervisionsgruppen. Die eine oder andere läuft sich irgendwann aus, einige bestehen über Jahre. Und auch wenn meine inzwischen ausgelaufen ist, bin ich immer noch sehr dankbar für das strukturierte Vorgehen der kollegialen Beratung, das ich dort kennenlernte und über das ich jetzt einen Buchbeitrag schreiben konnte (in: Markus Schwemmle und Bernd Schmid (Hg) "Systemisch beraten und steuern live" Göttingen 2009).
Für mich ist die Methode der kollegialen Fallberatung eine Möglichkeit, Seminare und Workshops interaktiv und erfahrungsorientiert zu gestalten - organisationsintern wie extern. Die Methode kann genutzt werden für die Er- und Bearbeitung unterschiedlichster Themen wie z.B. Kommunikations- und Konfliktmanagement, Projekt- oder Zeitmanagement oder innerhalb einer Führungskräfteentwicklung sowie anderer persönlichkeitsentwickelnder Maßnahmen.
In 60 bis 90 Minuten werden 7 Phasen durchlaufen:
- Kurz und knapp schildert der Ratsuchende seine herausfordernde Situation.
- So spezifisch wie möglich formuliert er abschliessend seine Schlüsselfrage.
- Die Kollegen beginnen "laut zu denken" und tauschen sich aus über ihre inneren Bilder und Ideen, die sie beim zuhören bekamen - in Stichpunkten wird visualisiert.
- Der Ratsuchende nimmt zu den Ideen der Kollegen Stellung und erläutert kurz, welche Idee ihn am meisten angesprochen hat.
- Die Kollegen formulieren nun fokussiert konkrete Lösungsvorschläge - und visualisieren sie wieder in Stichpunkten.
- Der Ratsuchende gibt Feedback, welchen Lösungsvorschlag er am besten annehmen kann.
- Den Abschluss des Gesprächs bildet ein Blitzlicht, in dem jeder kurz von einer ähnlichen Situation erzählt, in der er "feststeckte". Damit haben alle die Gewissheit "nicht alleine zu sein" mit ihren Herausforderungen.
In einer konkreten Workshopsituation ist die Aufforderung, sich in Kleingruppen zusammen zu finden, aktivierend. Statt dem Vortrag eines Einzelnen zuhören zu müssen, erfährt jeder allein durch den notwendigen Stuhlwechsel eine Energiespende. Umso mehr, wenn die Bearbeitung einer eigenen konkreten (ggf. schon lange) schwierigen Situation ansteht. Kollegiale Fallberatung ist eine optimale Verzahnung von Lernen und Arbeiten. Betritt man als Außenstehender einen Raum, in dem so gearbeitet wird, fühlt man sich wie in einem Bienenkorb.
Ein Transfer in den Arbeitsalltag und die Einführung kollegialer Fallberatung in einem Unternehmen ist eine Möglichkeit, die vielfältigen internen Potenziale und das vorhandene Expertenwissen zu nutzen. Dadurch können externe Beraterkosten entfallen.
Außerdem glaube ich, dass durch die Forcierung kollegialer Beratung die informelle Kommunikation sich stetig verbessert und letztendlich damit auch die formelle Kommunikation optimiert wird. Je mehr kollegiale Fallberatung genutzt wird, umso mehr steigt das gegenseitige Vertrauen und auch die gegenseitige Wertschätzung. Es besteht die Chance, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu entdecken und gezielt zu nutzen.
Es soll allerdings nicht verschwiegen werden, dass kollegiale Fallberatung auch herausfordernd im Einsatz ist. Gerade bezüglich des letztgenannten Aspekt des Vertrauens ist nicht zu unterschätzen, dass von den Beteiligten Ängste zu überwinden sind. In dem Moment, in dem man sein Problem als Ratsuchender schildert, gibt man sich als hilflos zu erkennen. Will man das Risiko eingehen, dass die Anderen sich eventuell überlegen fühlen? Und wieviel erzählt man wirklich von sich? Man sich trifft sich ja wahrscheinlich wieder in der Organisation oder dem Unternehmen. Will man dann, dass der Andere sich daran erinnert, in welcher Lage man sich befand und, dass man ein Problem nicht ohne fremde Hilfe gelöst bekam?
Und was meinen Sie? Wollen Sie den Einsatz kollegialer Beratung in Ihrem Umfeld forcieren?
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