Mittwoch, 5. Februar 2014

rund um das Reisen

"Jeder Tag ist eine Reise, und die Reise an sich ist das Zuhause" (Matsuo Basho).

"Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist sieht nur eine Seite davon" (Aurelius Augustinus).

"Die Welt gehört dem, der sie geniesst" (Giacomo Leopardi).

"Auch der längste Marsch beginnt mit dem ersten Schritt" (Laotse).

"Das wichtigste Stück des Reisegepäcks ist und bleibt ein fröhliches Herz" (Herman Löns).

"Umwege erhöhen die Ortskenntnisse" (Reinhard Sprenger).

"Besser auf neuen Wegen etwas stolpern als in alten Pfaden auf der Stelle zu treten" (aus China). 


„Identität sei eine Reise - kein Ort“ (Sten Nadolny).

“Was ich nicht erlernt habe, das habe ich erwandert” (Johann Wolfgang von Goethe).

"Wege entstehen dadurch, daß wir sie gehen" (Hans Kudszus). 

Bei startet 2014 so wie 2013 geendet ist: mit viel Reisen und ich bin gerade aus Deutschland wieder zurück. Häufig werde ich gefragt, wo denn mein Zuhause ist und kann es gar nicht mit einem einfachen Satz beantworten. So entstand die Idee auf die Veröffentlichung dieser Zitat-Sammlung - nicht nur zum realen Reisen sondern auch zu "Reise-Metaphern" - als Plädoyer für Bewegung ;-) 

Mittwoch, 1. Januar 2014

MinutenMeditation

Auch wenn ich letztes Jahr schon zusammen mit meiner (Blog-) Kollegin Susanne Völker an anderer Stelle darauf hingewiesen habe, die Anleitung zum Meditieren ist einfach zu schön:


 

Mittwoch, 18. Dezember 2013

Trauer um Christian Moser

Die "Monster des Alltags" begleiten mich seit mindestens 10 Jahren und ich war sehr traurig (mit einer Verspätung von 4 Monaten) heute zu lesen, dass Christian Moser viel zu früh (mit 47 Jahren) im August verstorben ist.

Einige seiner Bücher stehen in meinem Regal und sind Material in Feedback-Gesprächen und Selbstreflexionen.
Ich sah ihn auch mal live in Wien die Monster erklären - schade, schade, schade, dass das nicht mehr wiederholt werden kann :-(

Donnerstag, 12. Dezember 2013

Der Geist darf blitzen

Letzte Woche mit 46 (in 6 Kleingruppen), gestern mit 3 Teilnehmern hat es viel Spass gemacht, Geistesblitze zu generieren: In der grossen Gruppe ging es um Lösungsideen für zuvor identifizierte Probleme, in der kleinen Gruppe ging es um die Zukunft der nächsten 1 bis 3 Jahre.

Auf einem Spielfeld mit 6*6 Bild-Karten wird reihum mit 2 Würfeln gewürfelt. Die eine Augenzahl bestimmt die Spalte, die andere die Zeile und so kann eines der Bilder ausgewählt werden. Zu diesem Bild generiert derjenige, der gewürfelt hat eine erste Assoziation. Ist er fertig, können seine Mitspieler reihum die Idee weiterentwickeln oder eine ganz andere Assoziation nennen. Die (weiterentwickelte) Idee, die der Gruppe dann am besten gefällt wird auf einer Karte/ einem FlipChart festgehalten. Und der Nächste ist dran mit würfeln ...

Die Spielidee ist aus dem Buch "Der Business Playground. Geistesblitze generieren, Geschäftserfolg geniessen" von Dave Stewart (Eurythmics-Mitglied in den 80er Jahren) und Mark Simmons, 2010 im Redline Verlag erschienen.

Als Bildkarten haben sich die aus dem Süddeutschen Verlag bewährt: "Gemischtes Doppel. Das durchgeknallte Memospiel für Wortakrobaten". Unter den 72 Karten gibt es genug Auswahl assoziationsanregender Bilder für ein 6*6 Spielfeld ;-)



Mittwoch, 4. Dezember 2013

Dort arbeiten, wo Andere Urlaub machen

Viel reisen ist einer der Nachteile der Prozessbegleiter-Profession - und gleichzeitig kann es ein Genuss sein: Wenn ich dort arbeiten darf, wo andere Menschen Urlaub machen, dann ist das für mich ein Geschenk.

Diese Woche war es die verschneite Landschaft rund um den Tegernsee:


Donnerstag, 28. November 2013

SySt-Surferin

Ich danke meinem SySt-Netzwerk-Kollegen Peter Sauberer für seine Selbstbezeichnung auf unserem Treffen in Wien, er sei ein "SySt-Freestyler". 

Seine Worte liessen in meinem Kopf den Begriff der "SySt-Surferin" entstehen:

Ich mag Varga von Kibéds und Sparrers Denkfiguren wie z.B. das "Tetralemma", "GPA" oder die "9/12-Felder" und verwende Sie gerne zur Workshopgestaltung.* 

Die "StrukturAufstellungen" liegen für mich unter der Wasseroberfläche und bedürfen eines Tieftauchens. Ich werde 2014 einiges dazu lernen und freu mich drauf. 

* Immer, wenn man in einem Dilemma steckt, lohnt sich eine Blickerweiterung auf ein Tetralemma: Nicht nur "das Eine" oder "das Andere", sondern auch "Beides" und "Keins von Beidem". Ich schrieb schon dazu.

In Glaubens-Polaritäten-Aufstellungen (GPA) geht es um Triaden: An 3 Ecken kann ein Raum (ein System) aufgespannt und reflektiert werden, z.B. zwischen Kultur, Struktur und Strategie oder Vertrauen, Ordnung und Erkenntnis.

9/12-Felder sind entlang einer Zeitlinie von der Vergangenheit über die Gegenwart bis zur nahen und ggf. weiten Zukunft angeordnet. Ein Team kann in diesen Feldern sein "innen" und "aussen" reflektieren, diskutieren und weiterentwickeln. 

Sonntag, 2. Dezember 2012

Advent, Advent ...

Mich selber daran zu erinnern, nicht durch den Dezember zu hetzen, ist gar nicht so einfach - zum Glück gibt es Adventskalender. Mögen Sie die auch? Und kennen Sie den vom Impuls-Verlag - rund um die Achtsamkeit? Gehen sie dochmal hin ...

Freitag, 16. November 2012

Die Sonne nicht nur im Herzen

Südlich von München, nur ungefähr 30 Kilometer von der Stadt entfernt, gibt es den wunderbaren Tagungsort "Gut Sonnenhausen". Schöne Räume und leckeres Essen in viel Natur drumherum - ich freu mich jedes Mal, wenn ich zum Arbeiten dort bin (egal, ob zu viert wie jetzt oder zu dreissig wie Anfang 2000).

Mittwoch, 29. August 2012

Was wir tun, wenn der Aufzug nicht kommt?


Ein Buch, mit dem man viel lachen kann, hat mein Mann mir geschenkt:"Was wir tun, wenn der Aufzug nicht kommt?" von Katja Berlin und Peter Grünlich (München 2012). Das Buch erklärt die Welt in Grafiken und ich fühlte mich beim Lesen entweder ertappt ("stimmt - mache ich auch") oder erleichtert ("nicht nur mir geht es so"): 

  • Schon das Titelgebende Tortendiagramm "passt": Warten Sie oder nehmen Sie die Treppe, wenn der Aufzug nicht kommt? Oder drücken Sie - wie ich (und viele Andere auch) - ungeduldig mehrmals auf dem Knopf herum?
  • Wie sieht die Stärke Ihres Mobilnetzes zuhause aus? Haben Sie den besten Empfang im Arbeitszimmer, im Schlaf- oder Kinderzimmer? Oder wie die Autoren in ihrem Balkendiagramm aufzeigen draussen?
  • Die aufgezeigte Situation im Flugzeug kann ich gut nachvollziehen. Wenn ich z.B. zwischen den USA und Deutschland geflogen bin - natürlich auf dem Mittelsitz - sitzt auf der einen Seite neben mir am Fenster, einer, der dauernd raus will und auf der anderen Seite einer, der die ganze Zeit den Monitor an hat, so dass ich kein Auge zu tun kann, während er selig schläft. Vor mir in der Reihe sitzt die junge Mutter mit schreiendem Neugeborenen und unruhigem Dreijährigen und hinter mir die Reihe ist belegt von den 3 Freundinnen, die das erste Mal nach Europa reisen und sich 8 Stunden lang darauf freuen, was sie alles besichtigen können und sollten.

Falls Sie den Links schon gefolgt sind - man findet die Grafiken auch im Netz unter graphitti-blog.de. Gehen Sie doch dort mal stöbern. 

Ich gucke mich weiter in meinem Arbeitszimmer um und habe gerade auch eine Grafik-Idee ;-)

Freitag, 17. August 2012

Wegimpulse in Münster


Silke Nuthmann in Münster lernte ich auf einer virtuellen Messe von Gitte Haerter kennen. Diesen Sommer aktualisierte sie ihre Homepage, an der mir vieles gefällt und zwei Dinge besonders: 
  • Coaching-Spaziergänge z.B.: Sie wollen in der Mittagspause (oder nach dem Feierabend) mit einem Sparringspartner aktuelle Herausforderungen durchdenken. Dann können Sie im Sommer mit Silke Nuthmann spazieren gehen. Eine gute Idee, die ich selber viel zu wenig realisiere. Ich denke, man kann einfach nicht steckenbleiben in seinen Gedanken, wenn der Körper sich bewegt. 
  • In Ihren Blogs lernen Sie die Arbeitsweise von Silke Nuthmann kennen. In meiner Wahrnehmung ist sie ein sehr kreativer Mensch, der "schnell mal" ein schönes Arbeitsblatt entwirft, mit dem man/frau Klarheit in ihre Gedanken bringen kann. Sie stellt einige als Downloads zur Verfügung.
Also selbst wenn Sie nicht dort vor Ort in Westfalen einen Coach suchen, lohnt sich ein virtueller Besuch ;-)

Oder Sie nehmen den Telefonhörer in die Hand: Wenn ich eine "typische Handbewegung" von meiner Kollegin nennen sollte, dann fällt mir zuerst das telefonieren ein - und das hat sie in Form von TelefonCoaching professionalisiert.

Freitag, 13. Juli 2012

TrauerArbeit


Ich wusste nicht, dass sterben ein Prozess sein kann - bevor ich es in den letzten Monaten erlebte. Und ich weiss seitdem auch, dass trauern mit "daran arbeiten" verbunden sein kann. 

Mir hat am meisten dabei das Buch von Roland Kahlen (Hg) geholfen "In meiner Trauer wohnt die Liebe. Gedanken, die den Tod überwinden" (2010). Der Herausgeber hat kurze Texte zusammengetragen, in denen es um einen Selbst und den geliebten Anderen geht. Wunderbar zum lesen und vorlesen und ins Gespräch kommen: über Nähe, Abschied, Hoffnung uvm.

Jürgen Domians "Interview mit dem Tod" (2012) hat mich angeregt, mir den Tod lebendig vorzustellen: Ich konnte versuchen, einen Perspektivenwechsel vorzunehmen und meine Angst vor ihm aus seinem Blickwinkel betrachten. Nebenbei lernte ich den Autor und seine lebenslange Auseinandersetzung mit dem Thema und seine Erfahrungen mit dem Tod geliebter Angehöriger und Freunde kennen.

"Typisch amerikanisch" und damit meine ich "optimistisch" und "das Leben bejahend" las sich "Dienstags bei Morrie. Die Lehre eines Lebens" von Mitch Albom (2002). In den wöchentlichen Gesprächen mit seinem ehemaligen Professor diskutiert der Protagonist und Autor über Familie, Gefühle, Geld, Kultur uvm. - anregend, um auch mir selber bewusster zu werden zu diesen Themen.

Schon ganz lange in meinem Regal steht Elisabeth Kübler-Ross mit ihrem Buch "Über den Tod und das Leben danach" (1984). Ich finde es tröstend, wenn Sie schreibt "Der Tod ist ganz einfach das Heraustreten aus dem physischen Körper, und zwar in gleicher Weise wie ein Schmetterling aus seinem Konkon heraustritt".

Dienstag, 25. Oktober 2011

Strukturaufstellungen in Unternehmen

Seit Jahren "schleiche" ich um Aufstellungen im Organisationskontext herum. Gerne nehme ich das Buch von Matthias Varga von Kibéd zur Hand "Klare Sicht im Blindflug" (2010), um mir die Unterschiede von Strukturaufstellungen und dem Familien-stellen zu vergegenwärtigen.

Insa Sparrer und Matthias Varga von Kibéd entwickelten die sog. “Systemischen Strukturaufstellungen (SySt®)”, um Systeme zu simulieren. Sie veröffentlichten zahlreiche grundlegende systemtheoretische Erkenntnisse, die die tägliche Arbeit in Beratungsprojekten sehr unterstützen können. Elisabeth Ferrari, eine Unternehmensberaterin, Wirtschaftswissenschaftlerin, Mathematikerin und Absolventin der SySt®-Ausbildung, hat diese Erkenntnisse in Beratungswissen transformiert.


Jetzt gönne ich mir endlich mal eine Weiterbildung dazu und bin vom ersten Wochenende noch ganz "beseelt": Das Tetralemma, das ich seit ca. 2005 kenne, stand u.a. im Fokus. Wenn man vor einer schwierigen Entscheidung steht oder in einem Konflikt steckt lohnt es sich, nicht nur "das Eine" und "das Andere" anzusehen. Vielleicht gibt es als dritte Position einen Kompromiss/ ein "Beides" - vielleicht geht es aber auch um gar nichts von dem bisher Angedachten und es lohnt sich die Beschäftigung mit der Position "Keines von Beidem".


In "Wege aus dem Dilemma". Das Syst-Tetralemma: Ein Beides finden" hat Elisabeth Ferrari 2011 das Schema und viele Fallbeispiele veröffentlicht. Ich wünsche viel Spass beim Lesen.

 

Montag, 8. August 2011

Rituale

Nach fünf Jahren in den USA als Gast ist die Zeit hier absehbar: Zum Jahreswechsel irgendwann wird es wieder ganz nach Deutschlang gehen.

Abschied-nehmen steht also an und ich denke wieder an das Konzept des Zwischenraums von Rainer Pieritz - ich schrieb bereits darüber. Ich besuche ausserdem bewusst Orte, die mir lieb geworden sind und überlege, welche alltäglichen Rituale ich wohl retten mag.

Zu Ritualen schrieb meine NetzwerkKollegin Sandra Wündrich ein Kapitel in dem Buch von Markus Schwemmle und Bernd Schmid (Hg) "Systemisch beraten und steuern live" (Göttingen 2009): "Die Bedeutung von Ritualen in der Beratung von Menschen und Organisationen". 

Ich kann ihr nur zustimmen in der Aussage, dass Rituale Stabilität im Alltag bieten und vor allem auch im Wandel genutzt werden können oder kontraproduktiv wirken. Haben Sie schonmal darüber nachgedacht

  • welche Veranstaltungen besser von Einsparungsbewegungen verschont bleiben?
  • wo Informationen fliessen ausserhalb der offiziellen Wege (z.B. in der Kaffeeküche oder am Aschenbecher)?
  • wie überraschend einberufene Gespräche und Sitzungen sich von strukturierten und geplanten Meetings in ihrer Effizienz unterscheiden?
  • wie neue Mitarbeiter begrüsst und langjährige verabschiedet und neue Führungskräfte eingesetzt werden?

Welche Ebene in Ihrer Organisation informiert wann über was am besten? Wie wurden bisher Ihre Mitarbeiter beteiligt. Was würden Aussenstehende über die Kultur in ihrem Unternehmen sagen?

Es gibt unzählige weitere Frage - ich freu mich auf einen Austausch mit Ihnen und Ihren Fragen.

Montag, 8. November 2010

Change it ...

"Change it, love it or leave it" - wer kennt dieses Zitat nicht?

Auf den sog. Berlin Change Days steht die Veränderung im Fokus. Das verlängerte Wochenende, meistens Anfang November, ist ein Netzwerktreffen für alle, die in der Begleitung und Gestaltung von Veränderungsprozessen arbeiten. Es gibt Vorträge und Workshops zu  unterschiedlichen Aspekten des Kernthemas: unkonventionelle Ansätze für die Begleitung des Wandels, neue Werkzeugen und Methoden. 

Ich war dieses Jahr dabei und war zusammen mit Christian Kemper Gastgeber in einem Workshop. Wir stellten die Theory U von Otto Scharmer kurz vor (ich schrieb bereits darüber) und boten den Teilnehmenden dann die Gelegenheit das "Journaling" selber auszuprobieren. Es kam ziemlich gut an. Falls Sie auf eine Veranstaltung dazu aufmerksam werden, kann ich Ihnen empfehlen zu überlegen, teilzunehmen.

Dienstag, 30. März 2010

üben zu zeichnen - eigentlich ganz einfach

Voller guter Vorsätze verliess ich die Toskana nach meinem Crashkurs zum visuellen Protokollieren. Und seitdem gibt es einige neue Bücher in meinem Regal - nur üben tue ich noch zu wenig ... dabei wäre es mit den Anleitungen eigentlich ganz einfach - vielleicht sind Sie ja besser als ich ;-)

Es gibt von Neuland in Koopertaion mit den Kommunikationslotsen sog. "bikablo": Das sind Ringbücher mit Symbolen zum nachmalen. Von Sprechblasen über Büroobjekte hin zu Tieren und Menschen - letztere auch mit unterschiedlichen Gestiken und in unterschiedlichen Situationen (in der Freizeit, im Meeting, mit- und gegeneinander). Ich habe jetzt:
  • bikablo. Das Trainerwörterbuch der Bildsprache. 2006
  • bikablo 2.0. Neue Bilder für Meeting, Training & Learning. 2009

Und dann kaufte ich noch, 2 Bücher, die mir empfohlen wurden und die auch eine Menge Zeichnungen und Symbole enthalten, aus denen ich mir einfach die aneignen kann, die ich in meinem Arbeitsalltag nutzen kann.
  • Nancy Margulies und Christine Valenza: Visual Thinking. Tools for Mapping your Ideas. 2005
  • Markus Wortmann: Visual Tools - visualisieren leicht gemacht. 2010
Ihnen viel Spass - falls Sie auch einsteigen zu üben.

Ich bin immer noch fleissig dabei, von Strichmännchen zu Personen zu kommen ...

Montag, 2. November 2009

Die Welt zeichnen können

Ich würde gerne so zeichnen können wie Marianne Stiefel und Reinhard Kuchenmüller. Seit 1998 gibt es Visuelle Protokolle als Unternehmen und ich lernte sie bei meinem alten Arbeitgeber als Begleiter mehrerer Grossveranstaltungen kennen: Sie brachten die gehörten Diskussionen in der grossen und/oder in den Kleingruppen auf den Punkt - oder besser gesagt auf das Bild. In Pausen und/oder zum Abschluss der Veranstaltung kann man sich ihre Zeichnungen ansehen und bekommt einen guten Überblick über das, was die Teilnehmenden bewegt. Mit Hilfe der Metaphern werden Diskussionspunkte besprech- und weiterbearbeitbar, die voher evtl. konliktgeladen waren. Oder es entstehen neue, weitere Assoziationen und eine Vision oder Strategie kann deutlich er- und bearbeitet werden.

Ich habe mir gerade ein langes Wochenende bei ihnen in der Toskana gegönnt - zugegebenermassen nicht gerade "um die Ecke". Aber ihre Werkstatt liegt an einem traumhaften Ort in der Nähe von Gavorrano und bietet interessante Lerninhalte: Wie zeichnet man Menschen? Mit welchen Symbolen werden beim Betrachten sofort Situationen deutlich? Wie nutzt man Farben? Was ist bei der Gestaltung von Landkarten zu beachten? Welche Hilfsmittel und Formate passen zu meinem persönlichen Stil? Wie sieht der überhaupt aus?

Haben Sie Appetit bekommen? Es gibt auch Inhouse-Veranstaltungen der Beiden - sofern Sie ein paar Kollegen oder ein Team haben, dass auch interessiert ist...

Mittwoch, 23. September 2009

Alltagsfeste feiern

"Die wahre Kunst besteht darin, im Alltäglichen das Wunderbare zu sehen" sagt P.S. Buck.

Und es stimmt - meiner Meinung nach, gibt es so viele Entdeckungen im Alltag zu machen, die einen erfreuen oder verwundern. Leider sehe ich solche Dinge zu selten und erst, wenn etwas nicht mehr selbstverständlich ist, nehme ich es wahr. Ich wäre gerne achtsamer und würde gerne das eine oder andere Mal lieber innehalten, etwas genießen und es nicht als selbstverständlich ansehen.
  • Ich denke z.B. an die Vielzahl von Treppen, die man auf einmal bewältigen muss, wenn man das mit einem überdehnten Knie nicht kann - mit dem gesunden Knie sind sie mir nie aufgefallen.
  • Oder die Frage, für welche Weg man eigentlich das Auto nutzt? In den USA eindeutig für kürzere Strecken als in Deutschland - Fahradfahrer sind dort nur im Sportdress zu sehen, fast nie in Alltagskleidung.
  • Und wann gehen Sie einkaufen? Im Dreiländereck rund um Aachen auch Sonntags? In den USA im Supermarkt 24 Stunden an 7 Tagen.
Das sind jetzt nur erste Stichworte und der erste Schritt, etwas aufzuschreiben, um es bewußter zu betrachten als sonst. Vielleicht geht es Ihnen auch so? Dann freue ich mich über einen Austausch und die Schilderungen Ihrer Entdeckungen.


Dienstag, 30. Juni 2009

Kollegiale Beratung


Die Weiterbildung am Institut für systemische Beratung in Wiesloch hat neben vielen inhaltlichen Erkenntnissen meiner Einschätzung nach vor allem den Benefit der Vernetzung. Und damit meine ich nicht nur das virtuelle Netzwerk sondern auch die im Nachgang entstehenden Supervisionsgruppen. Die eine oder andere läuft sich irgendwann aus, einige bestehen über Jahre. Und auch wenn meine inzwischen ausgelaufen ist, bin ich immer noch sehr dankbar für das strukturierte Vorgehen der kollegialen Beratung, das ich dort kennenlernte und über das ich jetzt einen Buchbeitrag schreiben konnte (in: Markus Schwemmle und Bernd Schmid (Hg) "Systemisch beraten und steuern live" Göttingen 2009).

Für mich ist die Methode der kollegialen Fallberatung eine Möglichkeit, Seminare und Workshops interaktiv und erfahrungsorientiert zu gestalten -  organisationsintern wie extern. Die Methode kann genutzt werden für die Er- und Bearbeitung unterschiedlichster Themen wie z.B. Kommunikations- und Konfliktmanagement, Projekt- oder Zeitmanagement oder innerhalb einer Führungskräfteentwicklung sowie anderer persönlichkeitsentwickelnder Maßnahmen.

In 60 bis 90 Minuten werden 7 Phasen durchlaufen:

  1. Kurz und knapp schildert der Ratsuchende seine herausfordernde Situation.
  2. So spezifisch wie möglich formuliert er abschliessend seine Schlüsselfrage.
  3. Die Kollegen beginnen "laut zu denken" und tauschen sich aus über ihre inneren Bilder und Ideen, die sie beim zuhören bekamen - in Stichpunkten wird visualisiert.
  4. Der Ratsuchende nimmt zu den Ideen der Kollegen Stellung und erläutert kurz, welche Idee ihn am meisten angesprochen hat.
  5. Die Kollegen formulieren nun fokussiert konkrete Lösungsvorschläge - und visualisieren sie wieder in Stichpunkten.
  6. Der Ratsuchende gibt Feedback, welchen Lösungsvorschlag er am besten annehmen kann.
  7. Den Abschluss des Gesprächs bildet ein Blitzlicht, in dem jeder kurz von einer ähnlichen Situation erzählt, in der er "feststeckte". Damit haben alle die Gewissheit "nicht alleine zu sein" mit ihren Herausforderungen.

In einer konkreten Workshopsituation ist die Aufforderung, sich in Kleingruppen zusammen zu finden, aktivierend. Statt dem Vortrag eines Einzelnen zuhören zu müssen, erfährt jeder allein durch den notwendigen Stuhlwechsel eine Energiespende. Umso mehr, wenn die Bearbeitung einer eigenen konkreten (ggf. schon lange) schwierigen Situation ansteht. Kollegiale Fallberatung ist eine optimale Verzahnung von Lernen und Arbeiten. Betritt man als Außenstehender einen Raum, in dem so gearbeitet wird, fühlt man sich wie in einem Bienenkorb.


Ein Transfer in den Arbeitsalltag und die Einführung kollegialer Fallberatung in einem Unternehmen ist eine Möglichkeit, die vielfältigen internen Potenziale und das vorhandene Expertenwissen zu nutzen. Dadurch können externe Beraterkosten entfallen.
Außerdem glaube ich, dass durch die Forcierung kollegialer Beratung die informelle Kommunikation sich stetig verbessert und letztendlich damit auch die formelle Kommunikation optimiert wird. Je mehr kollegiale Fallberatung genutzt wird, umso mehr steigt das gegenseitige Vertrauen und auch die gegenseitige Wertschätzung. Es besteht die Chance, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu entdecken und gezielt zu nutzen.

Es soll allerdings nicht verschwiegen werden, dass kollegiale Fallberatung auch herausfordernd im Einsatz ist. Gerade bezüglich des letztgenannten Aspekt des Vertrauens ist nicht zu unterschätzen, dass von den Beteiligten Ängste zu überwinden sind. In dem Moment, in dem man sein Problem als Ratsuchender schildert, gibt man sich als hilflos zu erkennen. Will man das Risiko eingehen, dass die Anderen sich eventuell überlegen fühlen? Und wieviel erzählt man wirklich von sich? Man sich trifft sich ja wahrscheinlich wieder in der Organisation oder dem Unternehmen. Will man dann, dass der Andere sich daran erinnert, in welcher Lage man sich befand und, dass man ein Problem nicht ohne fremde Hilfe gelöst bekam?

Und was meinen Sie? Wollen Sie den Einsatz kollegialer Beratung in Ihrem Umfeld forcieren?

Samstag, 20. September 2008

Wie kann Führung aufgrund der sich abzeichnenden Zukunft gestaltet werden?

Um eine Antwort auf diese Frage zu geben, hat Otto Scharmer in den vergangenen 10 Jahren zusammen mit seinem Team am MIT in Boston die sog. "Theory U" und die soziale Technik des "Presencing" entwickelt. 

Energie(mobilsisierung), Emotionalität und (innere) Einkehr sind meiner Einschätzung nach, die Differenzierungsaspekte im Vergleich zu anderen Ansätzen, die sich mit erfolgreicher Führung beschäftigen.
Aber genau das würde ich gerne hier diskutieren: Was macht Ihrer Meinung nach die Theory U aus?

Für alle die, die das Buch noch nicht gelesen und auch noch keine Weiterbildung zur Theory U besucht haben, folgt eine Zusammenfassung dessen, was ich bisher verstanden habe.
"Presencing" ist ein zusammengesetzter Begriff, der die soziale Technik des hineinspürens (= sensing) in die Gegenwart/Anwesenheit (= presence) beschreibt. Das Vorgehen in 5 Schritten ist grafisch darstellbar als ein U. Es geht darum
  • sich erstens auf eine gemeinsame Intention zu verständigen.
  • Alle Beteiligten (auch die Führungskraft) sammeln dann an den Orten des Geschehens so urteilsfrei wie möglich Informationen bevor
  • jeder sich zurückzieht, damit vor seinem inneren Auge eine potenzielle Zukunft entstehen kann.
  • Wieder gemeinsam wird daraufhin experimentiert und es werden Prototypen entsprechend der Zukunftsvisionen gestaltet.
  • In der letzten Phase werden für die robustesten Entwicklungen schnellballartig weitere Unterstützer gesucht, damit die Idee in der Welt verbreitet werden kann.

Eine Führungskraft muss nach Scharmer über 7 Kernfähigkeiten verfügen, um den U-Prozess anleiten zu können:

  • Zu Beginn des Prozesses sich selber mit seinen Ideen auch zurückhalten können und den anderen genügend Platz lassen, das Ziel zu entwickeln.
  • Die Informationssammlung am Ort des Geschehens ist umso besser je mehr der Einzelne seine inneren Stimmen auch mal „ausschalten“ kann. Insbesondere die sog. innere Stimme der sofortigen Beurteilung, die innere Stimme des Zynismus und die innere Stimme der Angst. „Open (your) Mind“ empfiehlt Scharmer den Führungskräften und verbindet damit die Empfehlung, die Informationssammlung weniger auf vorangegangenen Erfahrungen als vielmer auf neuen Fragen aufzubauen und sich selber in einen Zustand des Staunens zu versetzen.
  • Bei der Informationssammlung geht es nicht nur um Zahlen, Daten, Fakten sondern auch um ein „erspüren“ des Ganzen. „Open (your) Heart“ ist der Apell, den Scharmer hier formuliert.
  • Kurz vor dem und am Wendepunkt des U schliesslich spricht Scharmer vom „Open Will“, der nötig ist, damit jeder Einzelne inne halten und die entstehenden Zukunft wahrnehmen kann.
  • Dieser „Open Will“ ist es auch, der die Gruppe im Anschluss befähigt, die einzelnen Zukunftsvisionen mit der gemeinsamen Intention zu verbinden und Energie freizusetzen. Scharmer zitiert hier M. Mead: „Bezweifle nie, dass eine kleine Gruppe von engagierten Bürgern die ganze Welt verändern kann“.
  • In der folgenden Phase der Prototypengestaltung ist die Verbindung von Kopf, Herz und Hand notwendig. So wie es auf der linke Seite des U darum ging, die inneren Stimmen der Beurteilung, des Zynismus und der Angst zu überwinden, so geht es auf der rechten Seite darum, improvisierend und achtsam zu handeln, wirklich etwas zu tun (statt gefangen zu sein im ständigen Analysieren ohne anschliessende Aktion) und mit Bezug zur Intention und zu den anstehenden Handlungen zu kommunizieren (anstatt in ein „bla bla“ zu verfallen).
  • Um schliesslich etwas Neues in die Welt zu bringen, müssen „die“ Beteiligten zusammengebracht werden, die gemeinsam Veränderungen vorantreiben können. Und zwar so, dass sie mit ihren unterschiedlichsten Ansichten nicht endlos diskutieren sondern wirklich beginnen, etwas zu tun.
Das Buch zur Theory U ist in englischer Sprache 2007 erschienen (ISBN: 978-0-9742390-5-7) und wird wahrscheinlich 2009 in Deutsch erhältlich sein. Im Netz sind aktuelle Interviews und Veröffentlichungen oder Weiterbildungsangebote von Otto Scharmer
zu finden. Dort gibt es auch einen Blog von ihm selber und/oder er ist live zu erlebt (z.B. im global classroom).

Mittwoch, 17. September 2008

Exemplarische Zwischenräume

Wo pendeln Sie?

Zwischen eigenen Ansprüchen und Bedürfnissen ...
Zwischen Sofa und Sport ...
Zwischen zuhören und sprechen ...
Zwischen Glück und Unglück ...
Zwischen quirliger Stadt und plattem Land ...
Zwischen dazu gehören und ausgeschlossen sein ...
Zwischen zögern und mutig voranschreiten ...
Zwischen schlechtem und ruhigem Gewissen ...
Zwischen Klimaanlage und frischer Luft ....

Wie würden Sie diese Liste fortsetzen?