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Montag, 8. August 2011

Rituale

Nach fünf Jahren in den USA als Gast ist die Zeit hier absehbar: Zum Jahreswechsel irgendwann wird es wieder ganz nach Deutschlang gehen.

Abschied-nehmen steht also an und ich denke wieder an das Konzept des Zwischenraums von Rainer Pieritz - ich schrieb bereits darüber. Ich besuche ausserdem bewusst Orte, die mir lieb geworden sind und überlege, welche alltäglichen Rituale ich wohl retten mag.

Zu Ritualen schrieb meine NetzwerkKollegin Sandra Wündrich ein Kapitel in dem Buch von Markus Schwemmle und Bernd Schmid (Hg) "Systemisch beraten und steuern live" (Göttingen 2009): "Die Bedeutung von Ritualen in der Beratung von Menschen und Organisationen". 

Ich kann ihr nur zustimmen in der Aussage, dass Rituale Stabilität im Alltag bieten und vor allem auch im Wandel genutzt werden können oder kontraproduktiv wirken. Haben Sie schonmal darüber nachgedacht

  • welche Veranstaltungen besser von Einsparungsbewegungen verschont bleiben?
  • wo Informationen fliessen ausserhalb der offiziellen Wege (z.B. in der Kaffeeküche oder am Aschenbecher)?
  • wie überraschend einberufene Gespräche und Sitzungen sich von strukturierten und geplanten Meetings in ihrer Effizienz unterscheiden?
  • wie neue Mitarbeiter begrüsst und langjährige verabschiedet und neue Führungskräfte eingesetzt werden?

Welche Ebene in Ihrer Organisation informiert wann über was am besten? Wie wurden bisher Ihre Mitarbeiter beteiligt. Was würden Aussenstehende über die Kultur in ihrem Unternehmen sagen?

Es gibt unzählige weitere Frage - ich freu mich auf einen Austausch mit Ihnen und Ihren Fragen.

Mittwoch, 23. September 2009

Alltagsfeste feiern

"Die wahre Kunst besteht darin, im Alltäglichen das Wunderbare zu sehen" sagt P.S. Buck.

Und es stimmt - meiner Meinung nach, gibt es so viele Entdeckungen im Alltag zu machen, die einen erfreuen oder verwundern. Leider sehe ich solche Dinge zu selten und erst, wenn etwas nicht mehr selbstverständlich ist, nehme ich es wahr. Ich wäre gerne achtsamer und würde gerne das eine oder andere Mal lieber innehalten, etwas genießen und es nicht als selbstverständlich ansehen.
  • Ich denke z.B. an die Vielzahl von Treppen, die man auf einmal bewältigen muss, wenn man das mit einem überdehnten Knie nicht kann - mit dem gesunden Knie sind sie mir nie aufgefallen.
  • Oder die Frage, für welche Weg man eigentlich das Auto nutzt? In den USA eindeutig für kürzere Strecken als in Deutschland - Fahradfahrer sind dort nur im Sportdress zu sehen, fast nie in Alltagskleidung.
  • Und wann gehen Sie einkaufen? Im Dreiländereck rund um Aachen auch Sonntags? In den USA im Supermarkt 24 Stunden an 7 Tagen.
Das sind jetzt nur erste Stichworte und der erste Schritt, etwas aufzuschreiben, um es bewußter zu betrachten als sonst. Vielleicht geht es Ihnen auch so? Dann freue ich mich über einen Austausch und die Schilderungen Ihrer Entdeckungen.


Mittwoch, 17. September 2008

Exemplarische Zwischenräume

Wo pendeln Sie?

Zwischen eigenen Ansprüchen und Bedürfnissen ...
Zwischen Sofa und Sport ...
Zwischen zuhören und sprechen ...
Zwischen Glück und Unglück ...
Zwischen quirliger Stadt und plattem Land ...
Zwischen dazu gehören und ausgeschlossen sein ...
Zwischen zögern und mutig voranschreiten ...
Zwischen schlechtem und ruhigem Gewissen ...
Zwischen Klimaanlage und frischer Luft ....

Wie würden Sie diese Liste fortsetzen?

Dienstag, 16. September 2008

Arbeit und Leben ausbalanciert? Alte und neue Ideen.

Mit dem Thema der Work-Life-Balance kann man sich immer wieder beschäftigen meiner Meinung nach.

Ein bewährtes Vorgehen, um im Rahmen eines (Selbst-)Coachings seinen individuellen Umgang mit Arbeit und Freizeit zu reflektieren, bietet seit 1999 Lothar Seiwert und seine Veröffentlichung "Gehe langsam, wenn Du es eilig hast". An dem Buch spricht mich vor allem die Botschaft an, dass man nicht die Zeit "managen" kann, sondern "nur" sich selbst. Es ist ein Irrglauben, alles erreichen zu können, wenn man einfach alles beschleunigt. Es geht stattdessen darum, seine eigenen Lebens-Ziele zu reflektieren und bewusst zu haben. Dann kann man diese mit den anstehenden Herausforderungen abgleichen und seine Energie fokussiert zur Zielerreichung einsetzen. Gerade diese "Beschränkung" finde ich nicht leicht - ich neige zur Verzettelung. Wie gut, dass der Autor auch einen Newsletter anbietet, mit dem erinnere ich mich dann im Arbeitsalltag wieder an meine guten Vorsätze.

Reflexionsanstöße kann man sich auch an weiteren Stellen im internet geben lassen, z.B. durch den Newsletter "Zeit zu leben", den Tania Konnerth und Ralf Senftleben anregungsreich gestalten. Neben 2-3 Artikeln zum Selbstmanagement bieten sie Buchempfehlungen und "die Selbstcoachingfrage der Woche".

Aber was gibt es noch? Vor allem verbunden mit Spiel und Spass? Vielleicht auch mit Musik?

Ich wuerde hier gerne einsteigen in die Diskussion ungewöhnlicher Ideen. Die dann in der Anwendung wahrscheinlich viel Durchhaltevermögen brauchen .....

Einsteigen in den Zwischenraum

Versöhnung mit sich selbst in einer hektischen Welt? Wie könnte das gehen?

Mit der Idee von Rainer Pieritz zum sog. "Zwischenraum" ist eine versöhnliche Annäherung an das Gefühl des ständigen Hin- und Hergerissenseins möglich.

Immer wieder "muss man sich entscheiden" zwischen den unterschiedlichsten Moeglichkeiten, die das Leben heutzutage bietet. Dabei will man manchmal gar keine Entscheidung treffen sondern "alles haben". Das wird möglich - zwar nicht zur gleichen Zeit - aber mit einer bewußten Umentscheidung - nacheinander. Mit dem Gedankenmodell des Zwischenraums kann ein "sowohl als auch" umsetzbar werden. Allerdings nicht ohne Preis: Das Aufspannen eines Zwischenraumes kostet Zeit.

Die Kunst ist, sich der diametralen Pole bewusst zu werden, innezuhalten und beim Uebergang vom einen zum anderen, eine Atempause einzulegen. Zum Beispiel in Bus und Bahn auf der Reise von einem Ort zum anderen oder auf dem Weg zwischen zwei Terminen, oder, oder, oder... Vorstellbar? Oder eine zu abgefahrene Idee? Ich freue mich über Kommentare!

Und ich bin auch gespannt darauf, Deine/Eure Dillemata kennenzuleren in denen Ihr steckt. Exemplarische Gegensätze zwischen denen man sich manches Mal aufreibt, gibt es sowohl bei Rainer Pieritz als auch hier im Blog im nächsten Post - ergänzt den einfach durch Kommentare - das waer klasse!